Muttermal-Kartierung – Wann ist sie notwendig?

Wir alle haben Muttermale. Bei den meisten Menschen sind sie vollkommen unbedenklich. Bei einer kleinen Gruppe kann sich ein Muttermal jedoch mit der Zeit verändern und zu einem Melanom werden – der aggressivsten Form von Hautkrebs.

Die gute Nachricht: Wird das Melanom früh erkannt, ist es fast immer heilbar. Genau hier setzt die Muttermal-Kartierung an, eine schmerzfreie, nicht-invasive Untersuchung, mit der wir verdächtige Veränderungen erkennen, bevor sie gefährlich werden.

Was ist eine Muttermal-Kartierung?

Vereinfacht gesagt handelt es sich um die hochauflösende „Fotografie“ der gesamten Haut und die digitale Erfassung jedes einzelnen Muttermals. Bei Folgeterminen vergleicht das System die neuen Aufnahmen automatisch mit den vorherigen und zeigt uns präzise, welche Muttermale sich in Größe, Form oder Farbe verändert haben – selbst wenn die Veränderung minimal ist.

In unserer Praxis erfolgt die Muttermal-Kartierung mit dem System FotoFinder Vexia, einer der modernsten Technologien in diesem Bereich. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei, dauert 30–45 Minuten und erfordert keine Vorbereitung.

Für wen ist die Muttermal-Kartierung empfohlen?

Eine Muttermal-Kartierung ist nicht für jeden notwendig, aber besonders wichtig für bestimmte Gruppen mit erhöhtem Melanomrisiko:
• Personen mit vielen Muttermalen am Körper (mehr als 50).
• Personen mit hellem Hauttyp, blonden oder roten Haaren und hellen Augen.
• Personen mit persönlicher Vorgeschichte eines Melanoms oder anderen Hautkrebses.
• Personen mit Verwandten 1. Grades (Eltern, Geschwister) mit Melanom in der Anamnese.
• Personen mit schweren Sonnenbränden in der Vorgeschichte, besonders in der Kindheit.
• Personen mit dysplastischen Nävi (Muttermale mit auffälligen Merkmalen).
• Immunsupprimierte Patienten (z. B. nach Transplantation oder unter chronischer Immunsuppression).
• Berufsgruppen mit chronischer Sonnenexposition (Landwirte, Seeleute, Bauarbeiter).

Wie hilft die digitale Muttermal-Kartierung im Vergleich zur einfachen Untersuchung?

Die klassische klinische Untersuchung mit einem Handdermatoskop ist sehr wertvoll und bildet die Grundlage der dermatologischen Beurteilung. Bei einem Patienten mit 80 oder 100 Muttermalen kann sich das menschliche Auge jedoch nicht an das exakte Bild jedes Muttermals von Termin zu Termin erinnern. Die digitale Muttermal-Kartierung bietet einen objektiven, messbaren Vergleich im Zeitverlauf – und kann Veränderungen erkennen, die andernfalls übersehen würden.

Wie häufig sollte sie durchgeführt werden?

Für die meisten Patienten wird eine jährliche Kontrolle empfohlen. Bei Hochrisikopatienten (z. B. nach Melanom oder mit vielen dysplastischen Nävi) kann die Frequenz halbjährlich bzw. vierteljährlich sein. Das genaue Intervall wird beim ersten Termin individuell festgelegt.

Wann sollte man nicht bis zur nächsten Kontrolle warten?

Unabhängig von der geplanten Muttermal-Kartierung ist eine sofortige dermatologische Beurteilung notwendig, wenn Sie bei einem Muttermal die sogenannten ABCDE-Kriterien beobachten:
• A (Asymmetrie): Eine Hälfte passt nicht zur anderen in 2 Axen.
• B (Begrenzung): Der Rand ist unregelmäßig oder unscharf.
• C (Colour/Farbe): Mehrere Farben – Schwarz, Braun, Rot, Weiß – in verschiedenen Bereichen desselben Muttermals.
• D (Durchmesser): Größer als 5 bzw. 6 Millimeter.
• E (Entwicklung): Das Muttermal verändert sich im Verlauf (wächst, ändert die Farbe, blutet, juckt).
Zusätzlich verdient jedes Muttermal, das nach dem 40. Lebensjahr neu auftritt, eine dermatologische Beurteilung.

Fazit

Die Muttermal-Kartierung ist kein „Allheilmittel“ für jeden – aber für Menschen in Risikogruppen kann sie buchstäblich Leben retten. Es handelt sich um eine einfache, schmerzfreie und schnelle Untersuchung, die den großen Vorteil der Früherkennung bietet. Wenn Sie sich in einer der oben genannten Kategorien wiederfinden, lohnt es sich, einen Termin zu vereinbaren.

📅 Vereinbaren Sie Ihren Termin zur Muttermal-Kartierung.

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